[Lesemonat] September


Welch lesereicher Monat – nicht. Den September habe ich überwiegend – mit was eigentlich? – verbracht. Rückblickend kam mir der Monat so endlos vor, aber wo die Zeit hin ist, weiß ich wirklich nicht mehr. Gelesen habe ich jedenfalls kaum, aber das ist in Ordnung, solche Phasen gibt es halt, vor allem, wenn sich der Alltag auch etwas verändert und man erst einmal schauen muss, wie man am besten zurechtkommt. Herausgekommen ist daher nur ein kleiner, beschaulicher Stapel an wundervoller bis okayer Literatur, den ich euch gern nochmal näher vorstellen will.

sep

„Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – Walter Moers: An diesem Buch habe ich, wie ich mir ehrlich eingestehen muss, eine ganz schöne Weile geknabbert. War der Zeitpunkt dafür einfach der falsche, waren meine Erwartungen zu hoch oder konnte Moers mit diesem Buch einfach tatsächlich nicht an vergangenes anknüpfen? Das lässt sich für mich nicht abschließend beantworten, zumal das halt auch wirklich subjektiv ist. Und auch wenn das jetzt sehr negativ klang, war „Prinzessin Insomnia“ doch ein sehr unterhaltsames und ideenreiches Buch mit wirklich einzigartigen hinreißenden Illustrationen, so viel steht fest!

„Niemand verschwindet einfach so“ – Catherine Lacey: Ein Debüt einer jungen Autorin – dieses Buch klang so vielversprechend und war letztendlich so beklemmend. Ich mag solche Bücher ja schon sehr gerne, in denen es wenig Handlung aber viel inneren Monolog gibt und gerade bei diesem Roman stimmte auch der Schreibstil mit seinen verschachtelten, manchmal ins Sinnlose ausufernden Sätzen, die das Gefühlsleben der Protagonistin so lebensnah darstellten. Gleichzeitig hätte ich mir irgendwie auch ein Ende mit mehr Antworten oder zumindest einer gefassteren Protagonistin gewünscht – beeindruckt hat mich der Text aber dennoch und ich bin gespannt auf mehr von der Autorin.

„Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ – Sophie Divry: Ein aus dem französischsprechendem Raum stammendes Debüt ist ebenfalls unter meinen gelesenen Büchern. Zugegeben, ich persönlich hätte dem Buch kaum einen zweiten Blick gewürdigt, aber eine Kollegin empfahl es mir aufgrund seiner sprachlichen und typographischen Besonderheiten und so ließ ich mich doch zum Lesen hinreißen und mochte es überraschenderweise ganz gerne. Gelegentlich war es mir persönlich etwas zu absurd, aber was die Autorin mit Sprache anstellt ist echt der Wahnsinn. Inhaltlich geht es übrigens grob gesagt um eine junge selbstironische Frau, der kein schriftstellerischer Durchbruch gelingen mag und die finanziell absolut nicht abgesichert ist und an nagendem Hunger und Existenzängsten leidet.

„Schwimmen“ – Sina Pousset: Wieder ein Debütroman einer jungen Autorin – gerade was Ullstein fünf angeht, bin ich wirklich überwältigt, was für tolle Bücher da von dem Team aus dem Boden gestampft werden, ich glaube (und hoffe), wir können uns noch auf viele weitere Titel freuen, die so feinfühlig und klug und bewegend sind, wie dieses Buch. Da ich erst vor ein paar Tagen so von dem Buch geschwärmt habe, halte ich meine Lobrede jetzt kurz, lege euch meine Rezension dazu aber wirklich ans Herz!


Welche Bücher habt ihr im September genossen und welche haben euch eher enttäuscht? Was steht im Oktober auf dem Plan und habt ihr möglicherweise eines der von mir gezeigten Bücher schon gelesen oder konnte ich euch wenigstens ein kleines bisschen neugierig machen?

9 Kommentare zu „[Lesemonat] September

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  1. Pingback: [Leseplan] Oktober
  2. Schwimmen sieht man im Moment irgendwie überall und es macht mich richtig neugierig. Finde es überhaupt toll dass jetzt immer mehr junge Autoren erscheinen, auch mit Büchern über junge Erwachsene etc.

    1. Ja, es ist echt toll, ich finde, dieses Ullstein fünf Programm hat echt riesiges Potential, gerade für LeserInnen in unserem Alter! Ich leg dir gern eines zurück, wenn du magst! :)

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