[Lesemonat] Oktober / [Leseplan] November


[Lesemonat] Oktober

okkkk

„Schneller als das Auge“ – Ray Bradbury: Eine sehr vielseitige und turbulente Sammlung schräger Kurzgeschichten – wobei Kurzgeschichten nicht einmal im entferntesten erfasst, was für Storys Ray Bradbury hier erzählt. Es reicht von Satiren, Kriminalkomödien und Sci-Fi- Geschichten bis zu wahrhaftigen Schauermärchen, die es mir mitunter sogar am meisten angetan haben. Vor allem aber ist es eine wunderbare Mischung magischer Geschichten, faszinierender Charaktere und ich war überwältigt vom Erfindungsreichtum des Autors. Hat sich als sehr gute Wahl für gruselige Lektüre erwiesen, auch wenn nicht alle Erzählungen auch wirklich geheimnisvoll und gruselig waren.

„Schlick“ – Ada Dorian: „Betrunkene Bäume“ konnte mich, als ich es im Frühjahr gelesen hatte, nicht so richtig abholen. Ich war nicht komplett abgeneigt, aber der Roman vermochte es einfach nicht, mich von sich und seiner Geschichte zu überzeugen. Mit „Schlick“ ging es mir komplett anders, das habe ich schon auf den ersten Seiten gespürt und war ganz aus dem Häuschen. Die Geschichte verläuft auf zwei Zeitebenen, die auf den ersten Blick gar nicht so viel miteinander zu tun haben, aber später immer näher aneinanderrücken. Gepaar mit Ada Dorians feinfühligem und ruhigen Schreibstil war ich wirklich begeistert und freue mich schon jetzt auf den nächsten Roman der Autorin.

„QualityLand“ – Marc-Uwe Kling: Ein Roman, der mich dagegen etwas enttäuscht hat, war „QualityLand“. Ich finde die Grundidee so genial, aber wurde mit Marc-Uwe Klings Humor einfach nicht so wirklich warm, letzten Endes war mir die Geschichte auch einfach zu platt, jedenfalls in Bezug auf das Thema, mit dem sie sich beschäftigt. Auch die Einschübe (ich habe die schwarze Ausgabe gelesen), fand ich total banal und zum größten Teil unlustig.

„Gegen den Hass“ – Carolin Emcke: Endlich gab es auch mal wieder ein Sachbuch für mich. Angesichts des ernüchternden Ausgangs der Bundestagswahl im September, habe ich mir dieses Buch gebraucht gekauft, bin allerdings erst Ende diesen Monats dazu gekommen, es zu lesen. Carolin Emcke argumentiert unfassbar sachlich und überzeugend, war mir aber an einigen Ecken etwas zu philosophisch und wissenschaftlich. Viele Sätze musste ich mehrmals lesen, um sie wirklich zu begreifen – für mich ist das aber kein Grund, um von dem Buch abzuraten, denn etwas dazu zu lernen und sich intensiv mit einem so wichtigen Thema zu beschäftigen habe ich eher als Bereicherung empfunden. Die erste Hälfte gefiel mir etwas besser als die zweite – ich hatte zum Schluss ein bisschen das Gefühl, immer dasselbe zu lesen. Besonders gut fand ich, dass Fußnoten genutzt wurden – ich habe mir einige Stellen markiert und werde mich sicher auch nochmal intensiver mit einigen Texten, aus denen Carolin Emcke zitiert hat, beschäftigen.

„Wir hier draußen“ – Andrea Hejlskov: Eine ehrliche und spannende Geschichte über die Veränderungen im Leben, wenn man als Familie beschließt, das Stadtleben hinter sich zu lassen und in den Wald zu ziehen, dort ein eigenes Haus zu bauen und zurecht zu kommen. Das Ganze wird von Andrea Hejlskov so beschrieben, als würde man direkt neben ihr stehen und dabei sein. Bemerkenswert an dieser Stelle ist vor allem auch, dass die Autorin so offen und aufrichtig mit dem Scheitern umgeht, mit den Streitigkeiten, die es natürlich gibt und gab und auch mit den Zweifeln, die sie immer wieder mal packten.

„Menschenwerk“ – Han Kang: Ebenfalls gepackt hat mich „Menschenwerk“ von der koreanischen Autorin Han Kang, von der ich vergangenes Jahr schon „Die Vegetarierin“ gelesen und geliebt habe. Auf unfassbar präzise und unaufgeregte Art und Weise schildert sie ein emotionales Kapitel der koreanischen Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und Zeitabschnitten – das Buch ist definitiv eines, das einen noch langfristig beschäftigt und über das man noch lange nachdenkt. Ein Wahnsinnsbuch.


[Leseplan] November

noooo

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich an diesen Plan halte, ist wie immer verschwindend gering, aber das sind auf jeden Fall die Bücher, die ich entweder schon monatelang vor mich herschiebe oder aber auf die ich im Moment unbändige Lust habe. Dazu gehören vor allem die „Good Night Stories for Rebel Girls“, die neulich erst bei Hanser erschienen sind und 100 inspirierende Frauen und ihre Geschichten versammeln, aber auch „Godsgrave“ von Jay Kristoff, das ich nun schon von Monat zu Monat schiebe, weil ich einfach nie genügend Zeit habe, um mich dieser Geschichte voll und ganz widmen zu können. Auch „Sag nicht, wir hätten gar nichts“ von Madeleine Thien will ich schon seit September lesen, kam aber einfach noch nicht dazu – diesen Monat ganz bestimmt, hoffentlich! „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry hat einige ziemlich durchschnittliche Bewertungen bisher erhalten und ich würde mich gerne selbst davon überzeugen, was hinter diesem hübschen Cover auf mich wartet. Auf eine Familiengeschichte hätte ich auch mal wieder Lust – „Die Taufe“ von Ann Patchett klingt vom Klappentext ein bisschen wie „Das Nest“ von Cynthia D’Apprix Sweeney, das mir vor einem Jahr ja ziemlich gut gefiel und ich bin gespannt, was das Buch so drauf hat. Zuletzt möchte ich unbedingt auch „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf lesen, da mir das tatsächlich schon mehrmals empfohlen würde und offenbar total meinen Lesegeschmack treffen soll. Ach, ich bin gespannt auf sie alle, weiß aber jetzt schon, dass ich bestimmt nicht alle schaffe bzw. ohnehin wieder vom Plan abweiche. Der Leseplan ist insofern irgendwie immer nur eine kurze Momentaufnahme: Worauf habe ich zu Beginn des Monats Lust? Das können nach einigen Tagen wieder komplett andere Bücher sein – für den Moment sind es aber diese hier und ich denke, ich werde mir jetzt einen davon auch direkt vorknöpfen. Mit welchem soll ich beginnen?

 

6 Kommentare zu „[Lesemonat] Oktober / [Leseplan] November

Gib deinen ab

  1. Hey :) Wäre doch auch nur halb so lustig, wenn man sich an den Plan halten würde 😁 Besonders interessant finde ich deine Meinung zu Qualityland. Ich hab es noch nicht gelesen, aber in letzter Zeit seh ich es überall auf den Blogs. Die meisten, die ich gelesen habe, haben es positiv bewertet. Jetzt bin ich doch auch neugierig und würde es selbst gern lesen 😬 mal schauen :)
    Liebe Grüße, Lisa

    1. Hej liebe Lisa,
      ich habe tatsächlich auch noch kein einziges schlechtes Wort über „QualityLand“ gelesen, was eigentlich total für das Buch spricht! Wer weiß, möglicherweise habe ich es auch einfach zu einem für mich falschen Zeitpunkt gelesen oder es lag wirklich am Humor, der mir manchmal zu platt und albern war. Interessant ist die Geschichte trotz allem, also lass dich von meiner mittelmäßigen Bewertung für das Buch bloß nicht abschrecken!
      Viele liebe Grüße
      Liesa

  2. Hey Liesa,
    ein toller Rückblick! Ich konnte mir mal wieder ein paar Bücher auf die WuLi setzen :)
    Bei dir gibt’s immer was zu entdecken – aber ich glaube das schreibe ich jedes Mal, haha.
    Viel Erfolg und Spaß mit deinem Lesevorhaben. Und was man nicht schafft wandert halt weiter, so halte ich es auch. Auch ich schiebe Good Night Stories schon seit Release, das muss ich endlich lesen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Liebe Nicci,
      ich freue mich jedesmal so sehr über deine lieben Worte! Die Good Night Stories klingen so großartig, ich hoffe wirklich sehr, dass ich diesen Monat endlich die Zeit für sie finde! Auch wenn es ein „Bilderbuch“ mit nicht sooo viel Text ist, habe ich doch das Gefühl, dass man sich etwas Zeit dafür nehmen muss. Ich bin schon gespannt, wie wir es finden werden!
      Viele liebe Grüße
      Liesa

  3. Schade, dass du mit Marc-Uwe Klings Humor nichts anfangen konntest. Ich finde ihn super, aber das ist natürlich total Geschmacksache und da er sehr humorvoll schreibt, sind seine Bücher dann vermutlich einfach nichts für dich. Ich hab „Quality Land“ noch nicht gelesen, aber falls er da einen ähnlichen Humor an den Tag legt wie beim Känguru, wird dir letzteres vermutlich auch eher nicht zusagen. Hast du da schon mal reingelesen?
    Dass die Geschichte nicht so überzeugt, überrascht mich dagegen nicht. Im dritten Känguru-Band versucht er sich auch an einer zusammenhängenden Geschichte und das gelingt meiner Meinung nach nicht so richtig.

    „Good Night Stories For Rebel Girls“ möchte ich auch unbedingt noch lesen, weil ich die Idee so großartig finde.
    „Die Schlange von Essex“ war ein absoluter Cover-Kauf :D und das Buch ist echt speziell, aber ich fand es super :).

    Liebe Grüße
    Charlie

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