Autoren, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe #2


Ho ho ho, es weihnachtet sehr – so sehr, dass ich euch in all dem Alltags- und Vorweihnachtsstress etwas vernachlässigt habe, ich hoffe, ihr seht es mir nach! Dabei mangelt es mir derzeit nicht einmal an Ideen für Posts – eine gesamte Seite in meinem Bullet Journal steckt voller Notizen, die ich für den Dezember umsetzen wollte -, es ist tatsächlich die Zeit, die mir einen Strich durch die Rechnung macht. Aber genug gejammert – wie schon im letzten Jahr möchte ich euch mit zehn Autoren und Autorinnen bekannt machen, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe und von denen ich mir noch viel erhoffe und verspreche.

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Sina Pousset

Ich habe dieses Jahr unglaublich viel auf Deutsch gelesen. Zunächst geschah das relativ unbewusst, aber irgendwie habe ich im Laufe des Jahres immer mehr Gefallen daran gefunden, deutsche (Debüt-)Autoren zu lesen und es sind daher so einige in meiner Liste. Sehr nahe ging mir das Debüt von Sina Pousset, die mit „Schwimmen“ einen großartigen, einfühlsamen, wehmütigen und vor allem auch traurigen Roman geschrieben hat. Ich hoffe sehr, dass wir schon bald erneut in ihre unberührte und aufrichtige Sprache eintauchen können!

Mariana Leky

Eigentlich wollte ich „Was man von hier aus sehen kann“ überhaupt nicht lesen. Ich fand den Klappentext irgendwie langweilig, das Cover (bis auf das Okapi) trostlos und fühlte mich überhaupt nicht angesprochen davon. Noch bevor der Hype ausbrach, las ich es dann aber doch – wir hatten ein Leseexemplar auf Arbeit und so führte eins zum anderen und ich verliebte mich in diese Geschichte, die eigentlich, rein von der Handlung her, keine Wohlfühlgeschichte ist, sich aber dennoch irgendwie so anfühlte. Tieftraurig ist dieses Buch aber auch urkomisch und Mariana Leky muss daher mit auf die Liste.

Eowyn Ivey

Wie ein Märchen mutet „The Snow Child“ an, sowohl vom Cover, als auch von der Geschichte und ich habe das Buch förmlich eingeatmet, weil es mich so begeistern konnte. Zwar hatte die Geschichte hier und da ihre Längen, aber insgesamt hat Eowyn Ivey wirklich zauberhaft und wunderschön ein Märchen vom Schneekind geschrieben, die Lust auf mehr machen. Ich möchte bald auch ihren zweiten Roman lesen – denn auch wenn der Klappentext für meinen Geschmack gar nicht so vielversprechend klingt, bin ich doch überzeugt, dass auch dieses Buch mich positiv überraschen wird.

Takis Würger

Ich weiß gar nicht mehr, wo der Hype um „Der Club“ herkam und ich kann auch gar nicht mehr sagen, wie vielen Leuten ich damals im Buchhandel dieses Buch empfohlen habe, aber es waren sicher einige. Takis Würger hat mich weniger durch seine Geschichte überzeugt, die zwar spannend, aber dennoch etwas unspektakulär war, sondern vielmehr durch seine Sprache, die auf dem ersten Blick so schlicht wirkte, aber es irgendwie doch schaffte, viel auf wenigen Seiten auszudrücken. Seinen zweiten Roman kann ich daher kaum erwarten – wie es aussieht, müssen wir uns da aber noch wenigstens ein Jahr gedulden.

Becky Albertalli

Hier bin ich definitiv erst sehr spät auf dem Hypezug aufgesprungen, denn „Simon vs the Homo Sapiens Agenda“ habe ich erst dieses Jahr im Frühling gelesen – meinen „Fehler“ habe ich aber direkt korrigiert, indem ich „The Upside of Unrequited“ nahtlos im Anschluss daran las. Beides sind unfassbar großartige Jugendbüchern mit vielseitigen Charakteren, die allen Stereotypen, die es sonst so in YA Büchern gibt, den Mittelfinger zeigen und ihr eigenes Ding durchziehen. Gepaart mit niedlichen Romanzen und Humor ist Becky Albertalli dieses Jahr auf jeden Fall zu einer neuen Lieblingsautorin für mich geworden!

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Fatma Aydemir

Wenn ich Fatma Aydemirs Debütroman „Ellbogen“ beschreiben müsste, würde mir zuerst das Wort ‚rotzig‘ einfallen, vielleicht auch noch ‚dreckig‘, ‚direkt‘ und auch ‚ehrlich‘. Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen und beschönigt absolut nichts, nicht mal ihre Protagonisten, der man sich irgendwie total nahe fühlt, die einem aber dennoch ein Rätsel bleibt und auf mich auch von Seite zu Seite unsympathischer wirkte. Gerade das ist es aber auch, was diesen Roman ausmacht; seine Aufrichtigkeit und das man noch tagelang nach dem Lesen darüber nachdenkt und wissen will, wie es nun weitergeht, was mit Hazal passiert. Mochte ich sehr und ich bin gespannt, ob die Autorin noch weitere Bücher dieser oder anderer Art schreiben wird.

Angie Thomas

Bei manchen Themen hat man das Gefühl, sie werden in (Jugend-)Büchern totgeschwiegen. Dazu gehören vor allem mentale Krankheiten, die nur dann eine Rolle spielen, wenn sie sich irgendwie romantisieren lassen oder aber (leider) alltägliche Dinge, wie Rassismus. Angie Thomas hat dieses Jahr mit „The Hate U Give“ einen Volltreffer gelandet, denn das Buch setzt sich vor allem mit dem Alltagsrassismus in den USA auseinander, aber auch mit dem, was danach passiert, den Ungerechtigkeiten, denen afroamerikanische Menschen sich Tag für Tag ausgesetzt sehen. Das alles verpackt sie in eine wundervolle und spannende Geschichte über das Erwachsenwerden. Ich freue mich, dass dieses Buch einen solchen Hype erregen konnte, denn es ist so unfassbar wichtig, dass sich in dieser Hinsicht etwas tut – sowohl in den Köpfen der Menschen, als auch im echten Leben natürlich. Ein Jugendbuch wird da vielleicht nicht so viel bewirken können, aber es setzt dennoch ein Signal, verbreitet eine Botschaft und weckt das Bewusstsein dafür.

Benedict Wells

Schon lange ist Benedict Wells in aller Munde, ich habe den Autor aber dennoch geflissentlich ignoriert und bin erst dieses Jahr so wirklich auf ihn gestoßen. „Vom Ende der Einsamkeit“ ist wohl ungelogen eines der besten, schönsten, traurigsten, bewegendsten, rührendsten Bücher, die ich in meinem ganzen Leben jemals gelesen habe. Keine Ahnung, wie oft ich beim Lesen geweint habe, aber es war sehr oft – mir ist die Geschichte einfach unheimlich nahe gegangen. Ein Muss also für mich, im kommenden Jahr noch mehr seiner Bücher zu lesen.

Yaa Gyasi

Ich bin ja großer Fan von generationsübergreifenden Familiengeschichten – Yaa Gyasi hat eine ganz besondere Geschichte dieser Art geschrieben. „Heimkehren“ ist eine komplexe Erzählung über Kolonialisierung und Sklaverei in Ghana und Amerika – ausgehend von zwei Halbschwestern, die sich nicht einmal kennen und getrennt voneinander unterschiedlich leben und aufwachsen. Wir folgen dann den jeweils nachfolgenden sechs Generationen – haben insgesamt also 14 Perspektiven – was anfangs extrem kompliziert klingt, insgesamt aber ein wahnsinnig gelungenes Porträt dieser Familien zu den unterschiedlichen Zeitpunkten der Kolonialisierung abbildet. Ich wurde von der Geschichte komplett eingenommen und mitgerissen, habe sämtliche Emotionen durchlebt und war hinterher der festen Überzeugung, dass dieses Buch ein wirklich besonderes und auch wichtiges ist, das jeder lesen sollte!

Svenja Gräfen

Ähnlich wie Sina Pousset, konnte auch Svenja Gräfen mich vor allem aufgrund der authentischen Geschichte und der behutsamen, sensiblen Sprache für sich gewinnen. Ich habe dieses Jahr gemerkt, dass ich gar nicht wirklich immer actiongeladene Geschichten will, die voller Plot Twists stecken, sondern dass mir Geschichten, die sich haargenau so im „echten Leben“ abspielen könnten, viel lieber sind, mich viel mehr berühren, mich öfter zum Nachdenken, auch über mein eigenes Leben, anregen. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ war ein zartes und wunderschönes Debüt und ich hoffe wirklich sehr, dass wir noch mehr von Svenja Gräfen lesen dürfen.


Jetzt bin ich aber wie immer sehr neugierig – welche Autoren habt ihr denn dieses Jahr für euch entdecken können? 

8 Kommentare zu „Autoren, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe #2

Gib deinen ab

  1. „Was man von hier aus sehen kann“ war mein Lieblingsbuch dieses Jahr. „Vom Ende der Einsamkeit“ war es für 2016. „The Hate U Give“ hat mich auch ziemlich beeindruckt. „Heimkehren“ habe ich schon angefangen und „Schwimmen“ liegt auch schon zuhause. :D

  2. Hach, Benedict Wells <3
    Ich glaube das schreibe ich jedes Mal, aber: bei dir gibt es immer richtig tolle und für mich meist sehr neue Sachen zu entdecken! THUG habe ich leider immer noch nicht gelesen, ebenso die Sachen von Becky Albertalli, was ich aber unbedingt nachholen will. Auch "Ellbogen" interessiert mich sehr.

    Ich habe dieses Jahr suuuper viele Autoren entdeckt, u.a. Jennifer L. Armentrout, Sarah J. Maas, Benedict Wells, Ian McEwan und viele viele mehr.

    Toller Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Nicci

  3. Liebe Liesa,
    ich finde es eine schöne Idee, dass du mit dieser Art Rückblick Bücher aus 2017 vorstellst, die dich bewegt haben und gleichzeitig neue Autoren vorstellst! Einige Bücher und deren Autoren deiner Auswahl haben mich dieses Jahr auch bewegt und positiv überrascht wie Ellbogen, Was man von hier aus sehen kann und die Ullstein fünf Bücher. Letzteres Imprint ist zu meiner liebsten Verlagsreihe geworden! Ich freue mich auf weitere Rückblicke dieser Art und hoffe, dass du die Zeit findest 😊, liebe Grüße Luise

  4. Oh je, da habe ich aber noch eine Menge Aufholbedarf. Ich habe bisher keinen einzigen Roman von einem der hier gelisteten AutorInnen gelesen, obwohl ich von den meisten schon gehört habe. Ich schätze du bist da eher Trendsetter als ich ;) Benedict Wells steht aber auch auf meiner Todo-Liste. Was ich dieses Jahr für mich entdeckt habe ist Margaret Atwood und das war ein Volltreffer für mich.

  5. Wenn ich mir deine Liste so angucke, finde ich es irgendwie total angenehm, dass sich dort so viele „Indie“-Autoren finden. Viele Blogs, die ich folge, besprechen nur so die aktuellen Bestseller, hauptsächlich aus dem YA-Bereich, was auch spannend sein kann, aber ich mag es, auch mal Tipps für Neues zu bekommen.

    „Vom Ende der Einsamkeit“ hat meine beste Freundin mir ausgeliehen und mir ging es da genau wie dir. Was für ein Buch! Jetzt möchte ich auch unbedingt noch mehr von Benedict Wells lesen :).

    „Simon and the Homo Sapiens Agenda“ steht auch noch auf meiner Leseliste, ebenso wie „The Hate U Give“, aber SuB-Abbau und das Beenden angefangener Reihen haben bei mir gerade erstmal Vorrang.

    Ich kann gar nicht unbedingt behaupten, bestimmte Autoren für mich entdeckt zu haben, da ich selten mehr als ein Buch von einem Autor kenne. Das möchte ich aber, sofern ich ein Buch eines Autors mochte, gerne ändern :).

    Liebe Grüße
    Charlie

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