[Lesemonat] Februar


lesemonat lieeeeeesa

„Lied der Weite“ von Kent Haruf: Ein wirklich besonderes, feinfühliges und wunderschönes Buch über Familie, das Leben und das Erwachsenwerden. Kent Haruf versteht es, den Leser trotz nüchterner und sehr bescheidener Beschreibungen direkt in die Kleinstadt Holt und ihre Bewohner eintauchen zu lassen und diese nicht mehr loslassen zu wollen. „Lied der Weite“ hat mir nicht zuletzt deswegen gefallen, weil es einfach berührt – auch wenn die Handlung mehrere Seiten einfach nur dahinplätschert und man nicht genau weiß, wohin das überhaupt führen soll. Gerade dadurch bekommt das Buch eine Echtheit und Tiefe, die vielen anderen Geschichten dieser Art einfach fehlt.

„Die Geschichte des verlorenen Kindes“ von Elena Ferrante: Der vierteilige Epos um Elena Ferrantes Figuren Lila und Elena hat mit diesem Band nun sein Ende gefunden und ich könnte nicht zwiegespaltener sein. Für mich waren die letzten beiden Bände um einiges zäher und uninteressanter als die ersten beiden und ich habe lange überlegt, woran das liegen könnte. Ich glaube inzwischen, dass es vor allem am Alter der Figuren liegt (ich konnte mich mit den jungen Erwachsenen vermutlich einfach besser identifizieren, als mit den älteren Erwachsenenjahren), aber vor allem war mein Problem glaube ich auch, dass ich so enttäuscht von der (fehlenden) Entwicklung der Figuren war. Den letzten Teil fand ich zwar besser als den dritten, aber so mitreißen wie die ersten zwei Bände konnte dieser mich auch nicht mehr. Nach all dem Ferrante-Fieber hatte ich womöglich doch einfach Erwartungen und Ansprüche, die nicht mehr erfüllt werden konnten. Ich bin aber nicht unglücklich darüber, diesen langen Weg mit den Protagonistinnen gegangen zu sein und sehe das Lesen der Reihe absolut nicht als Zeitverschwendung an, weil vor allem Ferrantes Schreibstil mir unglaublich gut gefallen hat.

„Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ von Jesmyn Ward: Meine Rezension zu dem Buch wird noch folgen, sobald ich endlich mal wieder die Zeit finde, aber so viel sei gesagt: Das Buch war sehr bedrückend und trüb, manchmal fast schon auf eine Art und Weise, dass man sich leicht unwohl fühlte, aber trotzdem so emotional, in einer so sensiblen Sprache und teilweise so abstrakt, dass man gar nicht anders konnte, als sich tiefer in die Geschichte hineinzustürzen. Wer viel Handlung erwartet, wird hier wohl enttäuscht; es ist eher das Porträt einer Familie über drei Generationen hinweg und der Kampf mit dem vom Alltagsrassismus geprägtem Mississippi, Drogen, Armut und Gefängnis. Mir hat es sehr gut gefallen und ich habe es in nahezu einem Rutsch durchgelesen.

 

2 Kommentare zu „[Lesemonat] Februar

Gib deinen ab

  1. Huhu,
    die Napolitaner-Reihe habe ich letzten Monat begonnen. Ich höre aktuell den zweiten Teil als Hörbuch und merke, dass es ein bisschen schwächelt. Aber ich möchte die Reihe auf jeden Fall beenden.

    Liebe Grüße
    Lilly

Ich freue mich über jeden Kommentar, weise jedoch darauf hin, dass beim Absenden darin eingewilligt wird, dass die angegebenen Daten gespeichert und verarbeitet werden dürfen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: