[Lesemonat] April und Mai


Wie, ein Lesemonat ohne richtiges Bild? Sieht wohl leider so aus, denn ich hatte einfach viel zu wenige der Bücher, die ich im April und Mai gelesen habe, vor Ort und ein Bild hätte sich daher einfach nicht gelohnt. Daher als Ersatz diese kleine armselige Collage – ich hoffe, ihr könnt damit leben (ich kann es echt nur schweren Herzens, aber ich dachte, es ist immerhin besser als nichts). Der Lesemonat März hat es aus unerfindlichen Gründen irgendwie auch nicht auf den Blog geschafft – wer mag, kann sich hier aber immerhin das Instagram-Bild dazu ansehen und wenn Interesse an meiner Meinung über eines der Bücher besteht, so werde ich sie natürlich auch nachträglich gerne noch mit euch teilen!

AprilMai

„Die Ermordung des Commendatore II. Eine Metapher wandelt sich“ von Haruki Murakami: Der zweite Teil der Dilogie um den Commendatore war das einzige Buch, das ich im April gelesen habe – ich war einfach so gar nicht im Lese-Flow und Murakami war der einzige, der mich wenigstens für kurze Zeit aus dem Leseloch herauslocken konnte. Trotzdem war ich nicht ganz so überzeugt von dem Commendatore, wie ich es vorher gehofft hatte. Ich habe eigentlich nichts konkretes an dem Zweiteiler von Murakami auszusetzen, denn auch in seinen neuen Büchern macht er es so, wie er es immer gemacht hat und worin er Meister ist und ich bin ganz ehrlich: Ich mag Murakami vor allem wegen seiner Konsequenz und seinen Eigenheiten, dem Wiedererkennungswert in seinen Büchern und nicht zuletzt wegen seines unverwechselbaren Stils, dem man meist schon nach wenigen Seiten komplett verfallen ist. Mir fehlte aber vor allem dieser eine „wow“-Moment, den ich sonst immer beim Lesen eines Buches von ihm habe. Für mich ist es daher ein solider Murakami, für meinen Geschmack fast ein wenig zu rund, aber wunderbar erzählt und mit interessanten Ideen geschmückt.

„Leah on the Offbeat“ von Becky Albertalli: Ich liebe Becky Albertalli, sie hat so einen spritzigen Schreibstil, der sich wunderbar leicht weglesen lässt und auch ihre Figuren sind immer toll, direkt aus dem Leben gegriffen, unfassbar nahbar und authentisch. Für mich gehört sie definitiv zu den besten derzeitigen JugendbuchautorInnen – „Leah on the Offbeat“ mochte ich aber eher weniger. Das Buch hat einfach keinen Plot, ist unfassbar vorhersehbar und Leah war die anstrengendste und blödeste Protagonistin, von der ich seit langem gelesen habe. Da konnten dann auch die positiven Aspekte (Schreibstil und Diversität der Figuren) nichts mehr dran ändern – schade!

„The Bartender“ & „The Boxer“ von Piper Rayne: Sexy Romance ist eigentlich überhaupt nicht mein Geschmack, aber da ich seit neustem einen E-Reader habe (ausführlicher Bericht darüber folgt) und auf der Suche nach guter Zuglektüre war, die nicht so anspruchsvoll ist (ich kann mich im Zug immer nur sehr schwer konzentrieren), bin ich auf diese zwei E-Books gestoßen, die im August mit „The Banker“ zu einer Trilogie ergänzt werden. Was soll ich sagen – ich war echt positiv überrascht! Klar, die Handlung ist sicher nicht tiefgründig, es steckt das ein oder andere Klischee drin und ein bisschen vorhersehbar ist es auch, aber wow, ich habe mich echt schon lange nicht mehr so unterhalten gefühlt! Es geht um drei Freundinnen und ihr (Liebes-)Leben – jeder Band der Trilogie wird aus der Perspektive einer der dreien erzählt. „The Boxer“ fand ich nicht ganz so stark wie „The Bartender“, ich freue mich jetzt aber schon auf „The Banker“, weil die Protagonistin so verrückt und flippig und sympathisch ist, dass es sicher ein Heidenspaß wird, das zu lesen!

„Hochgradig unlogisches Verhalten“ von John Corey Whaley: Bei mir gab es diesen Monat für meine Verhältnisse echt viel Jugendbuch – im Gegensatz zu „Leah on the Offbeat“ mochte ich „Hochgradig unlogisches Verhalten“ aber um einiges mehr, auch wenn die beiden bis aufs Genre kaum vergleichbar sind. John Corey Whaley schreibt sehr nüchtern und nähert sich dem Thema der Angststörung auf recht distanzierte Weise und geht meiner Meinung nach auch nicht besonders in die Tiefe; trotzdem war ich emotional total dabei und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen. Eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre über ein wichtiges Thema, ohne wirkliches Happy End, aber dafür mit ganz viel Liebe. Mochte ich sehr!

„Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietzschel: Der Debütroman von Lukas Rietzschel erscheint erst im September, daher möchte ich gar nicht viele Worte darüber verlieren. Ich mochte das Buch und lege es wirklich jedem ans Herz – mehr Infos dazu findet ihr hier.

„Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde: Über dieses Buch habe ich bereits eine Rezension geschrieben, daher halte ich mich auch hier etwas kürzer. Maja Lunde widmet sich in ihren Geschichten wirklich wichtigen gesellschaftlichen Themen und bereitet sie fiktiv auf unheimliche Weise aus – in „Die Geschichte des Wassers“ ist es ihr meiner Meinung nach allerdings nicht ganz so gut gelungen, wie bei den Bienen. Warum ich das so empfunden habe, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

„Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner: Diesen Monat gab es erstaunlicherweise auch mal wieder etwas auf die Ohren (ich schätze, das lag tatsächlich an den Zugfahrten, denn sonst bin ich immer noch kein großer Freund von Hörbüchern). Wie auch immer – „Mängelexemplar“ lag schon unglaublich lang ungelesen im Regal und als ich auf der Suche nach einem passenden Hörbuch für die Fahrt war, habe ich mich dafür entschieden. Sarah Kuttner liest ihr Buch höchstpersönlich vor und in meinen Ohren hätte das auch niemand anderes besser hingekriegt. Ich mochte den bissigen und flapsigen Ton und Humor des Buches, glaube aber, dass es mir, wenn ich es selbst gelesen hätte, nicht ganz so gut gefallen hätte, wie von der Autorin vorgelesen. Macht der Satz überhaupt Sinn? Ich kann das Hörbuch jedenfalls wärmstens weiterempfehlen – ich finde, es ist das perfekte Hörbuch für die Leute, die es sonst eigentlich nicht so mit Hörbüchern haben!


Das waren sie, die Monate April und Mai. Ich mochte viele der gelesenen Bücher sehr gerne, habe aber kein „Highlight“ in dem Sinne. Vor allem bin ich aber froh, dass ich gerade überhaupt wieder lese und mir die Zeit für all diese tollen Bücher nehme. Welches Buch war denn für euch in letzter Zeit ein wirkliches Highlight? Und auf welches Buch habt ihr euch zuletzt total gefreut und dann hat es sich als Flop erwiesen?

2 Kommentare zu „[Lesemonat] April und Mai

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  1. Ich lese ja aktuell „Die drei Sonnen“ und bin knapp über Hälfte und könnte schon behaupten, das es das beste Buch das ich je gelesen habe😱. Enttäuscht war ich von „Die Geschichte des Wassers“ vielleicht einfach zu hohe Erwartungen gehabt.

  2. „Leah on the Offbeat“ habe ich kürzlich auch erst gelesen und eigentlich gefiel mir das Buch ganz gut, aber „Nur drei Worte“ fand ich da doch deutlich besser.

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