5 Bücher, die für jede*n was sind


Gibt es das, ein Buch, das wirklich jede*r mag? Ein Buch, das man universell an wirklich jede Person im eigenen Umfeld verschenken kann, das einfach immer genau das richtige ist? Mit Sicherheit nicht und das will ich mit diesem Blogpost auch gar nicht sagen. Trotzdem glaube ich, dass Bücher existieren, die für wirklich viele Menschen das passende sind, egal, ob die- oder derjenige sonst eigentlich ganz andere Genres oder Bücher liest. Zumindest konnten mich die folgenden fünf Bücher in diesem Jahr nicht mehr loslassen, nachdem ich sie gelesen habe und ich habe sie schon an ganz unterschiedliche Personen weiterverschenkt, -verliehen oder -empfohlen. Besonders schön daran ist übrigens, dass alle fünf Bücher von Autorinnen geschrieben wurden – generell ist mein Verhältnis gelesener Autoren zu Autorinnen schon immer stark im Ungleichgewicht, weil ich immer viel mehr Frauen lese und das nicht mal bewusst. Habt ihr bei euch auch schon mal ein Ausschlagen in die ein oder andere Richtung entdeckt?

Bücher für jeden Geschmack


1„Kurt“ von Sarah Kuttner

Darum geht’s: Sarah Kuttner erzählt von einer ganz normalen komplizierten Familie, der Sehnsucht nach dem richtigen Ort und davon, was eine Familie zusammenhält, wenn das Schlimmste passiert.

Liebe, weil: Sarah Kuttner vermag es, viele Gefühle in genau die richtigen Worte zu packen, mit einer Leichtigkeit durch traurige Themen zu springen ohne dadurch Dinge herunterzubrechen oder weniger schlimm darzustellen. Sie schreibt unkompliziert und dennoch emotional, nahbar und mit Tiefe über das grässlichste, was einer Familie widerfahren kann und was Menschen in diesen Momenten zusammenhält. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen und es ist dieses Jahr bisher der Spitzenreiter unter den Büchern, die ich weiterempfohlen und an sämtliche Familienmitglieder verliehen habe.

2„Gespräche mit Freunden“ von Sally Rooney

Darum geht’s: Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen …

Liebe, weil: Bei diesem Buch scheiden sich die Geister aber ich gehöre definitiv zu der Fraktion der Fans. Eine typische Millenial-Story, die mich dank ihrer Kurzweiligkeit und auch dem hohen Identifikationspotential mit der Protagonistin einfach genau abgeholt hat. Das Beziehungsgeflecht in diesem Buch ist faszinierend, die Sprache scharfsinnig und auf den Punkt – nicht oft kommt es mehr bei mir vor, dass ich ein Buch in einem Rutsch durchgelesen habe, aber bei diesem war es der Fall und ich habe auch schon einige spannende Gespräche mit Freunden über das Buch geführt. Ein Buch, das man einfach gelesen haben muss dieses Jahr!

3„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Darum geht’s: Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen.

Liebe, weil:  Dass „Der Gesang der Flusskrebse“ dieser Tage zum Lieblingsbuch der Unabhängigen gekürt wurde, dürfte eigentlich niemanden wundern. Die Story ist gefällig, wunderschön geschrieben, spannend konstruiert und mit einer einzigartigen und sehr liebenswürdigen Protagonistin versehen – einfach die perfekte Mischung für ein Buch dieser Art, das sowohl literarisch als auch unterhaltend zu überzeugen vermag und trotz oder genau wegen der Naturbeschreibungen für wirklich viele Menschen der Deckel auf dem Topf ist. Oder so. Ich hab’s innig geliebt (bis auf das Ende) und will am liebsten, dass es jede*r liest!

4„Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman

Darum geht’s: Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Sie erledigt seit Jahren klaglos einen einfachen Verwaltungsjob und verbringt ihre Freizeit grundsätzlich allein. Doch das ändert sich schlagartig, als Eleanor sich verliebt…

Liebe, weil: Was nach einer typischen „Frau ist depressiv, Frau verliebt sich, Frau ist plötzlich wieder glücklich“-Story klingt, ist in echt ein ganz besonderes Buch, das eigentlich ziemlich gut ohne oben genanntes Klischee auskommt. „Ich, Eleanor Oliphant“ ist aber auch ein wenig beklemmend, nicht zuletzt, weil Eleanors Einsamkeit auf jeder Seite so greifbar ist, sie selbst das aber gar nicht so wahrnimmt, weil sie es nicht anders kennt. Eleanors Geschichte hat mich tief bewegt, war witzig aber auch tiefgründig, war trotz des traurigen Themas irgendwie eine Wohlfühlgeschichte. Ich empfehle unbedingt mal reinzulesen oder das Hörbuch zu hören, es lohnt sich!

5„Der Ursprung der Welt“ von Liv Strömqvist

Darum geht’s: In Der Ursprung der Welt zeichnet die Autorin Liv Strömquist die Kulturgeschichte der Vulva nach – von der Bibel bis Freud, vom unbeholfenen Biologieunterricht bis hin zur aktuellen Tamponwerbung. Sie bedient sich des Mediums Comic, um in sieben Episoden auf nonchalante und scharfsinnige Art die noch immer geltenden patriarchalen Machtverhältnisse in Frage zu stellen und bestehende Probleme pointiert zu benennen.

Liebe, weil: Liv Strömquists Graphic Novel ist eine der ersten Graphic Novels, die ich überhaupt jemals gelesen habe, war super lehrreich und augenöffnend und dazu auch noch humorvoll und sehr pointiert. Lest unbedingt mal hier rein und verschafft euch selbst ein Bild – ich verspreche euch, sobald ihr angefangen habt, wollt ihr gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Ein Buch für Mann wie Frau – nur eins hätte Frau Strömquist besser machen können und zwar die Auseinandersetzung mit Geschlecht und Gender – weil Vulva nicht eben immer Frau ist und Penis nicht immer Mann.


Ich bin sehr gespannt, was ihr von dieser Zusammenstellung an Titeln haltet – habt ihr dieses Jahr denn schon ein Buch gelesen, bei dem ihr das Gefühl hattet, dass DAS ein Buch ist, das wirklich für viele verschiedene Menschen eine spannende Lektüre wäre? Lasst es mich unbedingt in den Kommentaren wissen!

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